Jugend im Maifeld
Jugend im Maifeld

Jugendfahrt nach München

 „Geschichte zum Anfassen“ – Jugendfreizeit nach München

Die Jugendkoordination der Verbandsgemeinde Maifeld hat in Kooperation mit der Jugendpflege  Ransbach-Baumbach und der Kreisjugendpflege des Westerwaldkreises ein Projekt auf die Beine gestellt, um Jugendlichen die Geschichte von Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung vieler Menschen während des zweiten Weltkrieges näher zu bringen. Zur Sensibilisierung mit diesem Thema gab es einen Vorbereitungstag in Polch, an dem sich die Jugendlichen ab 14 Jahren mit dem Thema  Nationalsozialismus auseinandersetzten konnten. Die eigenen Emotionen sowie die Zeit des zweiten Weltkrieges standen an diesem Tag im Fokus. So sollten sich die jungen Menschen ihrer eigenen Emotionalität im Hinblick auf den Besuch der Gedenkstätte Dachau bewusst werden.

Am 18.10. machten sich 19 Jugendliche, gemeinsam mit den Pädagogen der Kooperationspartner, auf den Weg nach München. Nach einer siebenstündigen Fahrt und mehreren U-Bahn Stationen erreichte die Gruppe die Jugendherberge nahe der Münchener Innenstadt. Das erste Ziel des Ausfluges war am Folgetag die KZ-Gedenkstätte Dachau. Erst 20 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde dieser Ort als Gedenkstätte an zahlreiche Opfer öffentlich zugänglich. Die Gruppe nahm dort an einem vierstündigen Seminar teil. Dieses bestand aus einer Einführung in das Thema und einer Führung, die quer über das Gelände führte und insbesondere die Geschichte vieler Häftlinge zeigte. Anschließend folgte eine Reflexion, die zur Verarbeitung des Gesehenen diente.

Währenddessen wurden die TeilnehmerInnen mit vielen Emotionen und Gedanken konfrontiert. Vor allem die Anlagen der Vernichtungsräume und der Gesundheitszustand der Insassen bereiteten vielen Unwohlsein und sorgte vor allem für großes Unverständnis und Entsetzen. Die Jugendlichen wurden während des Seminars von den Pädagogen begleitet und hatten die Möglichkeit individuell Reflexion zu erhalten. Anhand von Impulsbildern konnten die Jugendlichen in der anschließenden allgemeinen Reflexionsrunde ihre Emotionen, wie Trauer oder Wut, bewusst machen. Nach vier Stunden Kontakt mit Geschichte, der Vergangenheit aber auch Gegenwart, machte sich die Gruppe auf den Weg zurück in die Innenstadt Münchens. Dort wurden die Emotionen auf verschiedene Arten verarbeitet. Einige trafen sich zum bayrischen Essen in traditionellen Lokalen, erkundeten die Stadt oder tobten sich in einem Trampolin-Center  aus.

Am darauf folgenden Tag wurde das Thema Nationalsozialismus erneut aufgegriffen. Bei einer Stadtführung konnte die Geschichte des zweiten Weltkrieges, in der Stadt München, verfolgt werden. Am letzten gemeinsamen Abend trafen sich alle zum gemeinsamen Abschluss in einem Restaurant und ließen den Abend mit einer gemeinsamen Runde Werwolf ausklingen. 

Ziel der politischen Jugendfahrt war es, die Jugendlichen in Kontakt mit ihren eigenen Emotionen an einem Ort der Naziverbrechen zu bringen, sie dabei zu begleiten und vor Überforderung zu schützen. Besonders durch die sich schnell eingestellte Gemeinschaft der Gruppe, konnten sich die Jugendlichen auch gegenseitig stärken und gemeinsam erfahren, welche schlimmen Bedingungen im ehemaligen Konzentrationslager Dachau herrschten und welchen schlimmen Taten die Häftlinge ausgesetzt waren.  Das Erlebte bleibt sicherlich für alle TeilnehmerInnen in langer Erinnerung. Daher waren sich alle Jugendlichen einig, dass so etwas nie wieder passieren dürfe!

 

 

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